Generation Z: Mit Emotion dem Quiet Quitting und Big Quit begegnen
Generation Z: Mit Emotion dem Quiet Quitting und Big Quit begegnen
Was sind die Faktoren, die die Berufseinsteiger*innen im Arbeitskontext dazu verleitet, das Quiet Quitting zu begehen – also lediglich die minimalen vertraglichen Anforderungen zu erfüllen und eine signifikante Reduktion von Eigeninitiative aufzuweisen? Was könnten präventive Maßnahmen sein, die das „Quiet Quitting“ unterbinden und letztendlich auch den Hang zur „Great Resignation“ mindern könnten? Um sich Antworten auf diese Fragen anzunähern, führte eine Forschungsgruppe der Internationalen Berufsakademie (iba) aus dem Studiengang Betriebswirtschaftslehre, im Modul „Wissenschaftliche Forschungsmethoden“ im Sommersemester 2023 unter der Leitung von Professor Dr. Brigitte Waffenschmidt in Zusammenarbeit mit uns eine wissenschaftliche Untersuchung durch.
Den zentralen Baustein der Forschungsstudie bildete eine Befragung von jungen Erwachsenen im Alter von 20 bis 26 Jahren, die in der Regel Vollzeit und in unbefristeten Anstellungen – insbesondere im Verwaltungsbereich – arbeiteten und dort zum Zeitpunkt der Befragung mindestens ein Jahr beruflich aktiv waren. Sie wurden gebeten, zu benennen, wie wichtig ihnen einzelne vorskizzierte Aspekte der Arbeitsbedingungen (Arbeitszeit, Arbeitsorganisation und Arbeitsort), der Informationspolitik und Kommunikationsstrukturen sowie der Führungskultur sind. 284 GenZler*innen gaben Auskunft.
Entgegen vielfach geäußerter Annahmen, die Generation Z verspüre im Vergleich zu ihren Vorgängergenerationen weniger Lust auf Arbeit, zeigt die vorliegende Befragung der jungen Beschäftigten, dass sie dem Erwerbsleben prinzipiell positiv gegenüberstehen: Drei von fünf Teilnehmenden (61%) geben an, dass sie sehr gerne (18%) oder einigermaßen gerne (43%) zur Arbeit gingen. 75% sagen zudem, dass sie für die Arbeit motiviert seien.
Ein ausschlaggebender Faktor ist für die jungen Arbeitnehmenden eine gelingende Work-Life-Balance. 79% der Befragten heben hervor, dass eine klare Abgrenzung zwischen Berufs- und Privatleben für sie wichtig ist. 95% wünschen sich, ausreichend Zeit für Familie, Freunde oder ein Ehrenamt zu haben. Flexible Arbeitszeitregelungen schaffen entsprechende Freiräume. 94% der Teilnehmenden legen daher darauf Wert, auf ihre Arbeitszeitregelung Einfluss nehmen zu können. 89% der befragten GenZ-Vertreter*innen bewerten die konkreten Arbeitgeberangebote Gleitzeit und 60% die Vertrauensarbeitszeit als wichtig.
Insbesondere den Bereichen Führung sowie Information und Kommunikation messen die Teilnehmenden der Studie eine hohe Bedeutung bei. Eine Schlüsselrolle nimmt dabei die emotionale Führung ein. Die Befragung zeigt, dass es 95% der GenZ-Vertreter*innen wichtig ist, Vertrauen in ihre Führungskraft haben zu können. 94% wünschen sich eine souveräne, verständnisvolle und kollaborative Führungskraft und 93% schlichtweg eine, mit der man ein gutes Verhältnis hat. Nicht zu unterschätzen ist auch, dass die*der Vorgesetzte die Mitarbeitenden gleichberechtigt behandelt; 93% der Studienteilnehmenden legen darauf Wert.
Die Kommunikation zwischen Vorgesetzen und Mitarbeitenden und auch unter den Mitarbeitenden sollte nach Ansicht von 97% der Teilnehmenden respektvoll sein. Für 96% ist eine offene und ehrliche Kommunikation essenziell. Zudem sind definierte Verantwortlichkeiten für 93% der Befragten wichtig. Effektive Konfliktlösungsstrategien, zu der auch die Ansprache von möglichen Konflikten unter den Kolleg*innen zählt, halten 92% für unerlässlich – insbesondere in hybriden oder vollständig „remoten“ Arbeitsstrukturen.
Emotionale Führung beinhaltet auch, eine Kultur zu fördern, in der Fehler als Chance verstanden werden – was 91% der GenZ-Vertreter*innen wichtig ist. Nicht zuletzt sollte sie – dem Wunsch von 88% der Befragten entsprechend – ein Miteinander etablieren, in dem stets die Möglichkeit gegeben ist, Verbesserungsvorschläge einzubringen.
Weitere Ergebnisse der Forschungsstudie sind in dem White-Paper „Generation Z: Mit Emotion dem Quiet Quittung und Big Quit begegnen“ aufgenommen, das hier kostenlos zum Download zur Verfügung steht. Ergänzend dazu ist hier die Präsentation mit den zentralen Charts abrufbar.