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berufundfamilie Scout: „Stark in und nach der Krise – Corona und Vereinbarkeit“


berufundfamilie Scout: „Stark in und nach der Krise – Corona und Vereinbarkeit“

| Studien

Im Frühjahr 2020 (16.04. – 07.05.2020) führte die berufundfamilie Service GmbH eine Befragung unter 130 zertifizierten Organisationen durch. Ziel war es zu analysieren, welchen Stellenwert eine strategisch verankerte familien- und lebensphasenbewusste Personalpolitik für das Risikomanagement in Krisenzeiten einnimmt und welche Maßnahmen nachhaltig bestehen bleiben.

An der Umfrage beteiligten sich 130 Arbeitgeber unterschiedlicher Typen und Größenklassen:

  • Organisationsform: 58,1 % Unternehmen, 32,6 % Institutionen, 9,3 % Hochschulen.
  • Größenstruktur: Von KMUs bis Großkonzernen vertreten – mit dem Schwerpunkt auf Organisationen mit 501 bis 1.000 Mitarbeitenden (23,1 %) sowie 1.001 bis 5.000 Mitarbeitenden (20,0 %).

Ergriffene Sofortmaßnahmen in der Pandemie

Um die Arbeitsfähigkeit zu sichern und gleichzeitig Beschäftigte bei privaten Care-Aufgaben (Kinderbetreuung, Pflege) zu entlasten, setzten die Arbeitgeber vor allem auf örtliche und zeitliche Flexibilisierung:

  • 90,7 % Mobiles Arbeiten (ohne fest eingerichteten Telearbeitsplatz)
  • 47,3 % Ausweitung der Rahmenarbeitszeiten
  • 45,7 % Home-Office (mit fest eingerichtetem Telearbeitsplatz)
  • 41,1 % Ausweitung der Gleitzeit
  • 23,3 % Vertrauensarbeitszeit 

Das bestehende Portfolio als Krisen-Booster

  • Vorteil durch Vorerfahrung: Für 93,1 % der Befragten war es wichtig oder sehr wichtig, auf ein bereits existierendes familienbewusstes Maßnahmenportfolio zurückgreifen zu können (54,3 % sehr wichtig; 38,8 % wichtig).
  • Katalysator-Effekt:
    • 68,2 % beschleunigten Maßnahmen, die sich bereits in Planung oder Diskussion befanden.
    • 54,3 % führten spontan neue, ungeplante Maßnahmen ein.
    • 34,1 % setzten Maßnahmen durch, die zuvor auf Vorbehalte oder Ablehnung gestoßen waren.

Vereinbarkeit als Risikomanagement

Die Umfragen belegen eindrucksvoll den strategischen Wert familienbewusster Personalpolitik:

  • 98,5 % stimmen der Aussage zu, dass sich die familien- und lebensphasenbewusste Ausrichtung als wirksames Mittel des Risikomanagements in der Coronakrise bewährt hat (60,8 % voll und ganz; 37,7 % eingeschränkt).

Blick in die Zukunft: Kein Rücksturz in alte Muster

Die im Rahmen der Krise geschaffenen Flexibilisierungen bleiben nachhaltig bestehen:

  • 66,9 % der Organisationen wollen die Flexibilisierungsmöglichkeiten nach der Pandemie weiter ausbauen.
  • 15,7 % werden einen Großteil der Krisenmaßnahmen dauerhaft übernehmen.
  • Nur 17,4 % beabsichtigen, zum ursprünglichen Zustand vor der Krise zurückzukehren.

Eine strategische, familien- und lebensphasenbewusste Personalpolitik ist kein Schönwetterthema, sondern ein zentraler Baustein der betrieblichen Resilienz und des Risikomanagements. Arbeitgeber, die bereits vor der Krise entsprechende Strukturen aufgebaut hatten, konnten schneller, flexibler und erfolgreicher auf die Herausforderungen der Pandemie reagieren. Die Ergebnispräsentation kann hier abgerufen werden.