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Generation Y: Warum Vereinbarkeit die neue Währung für soziale Nachhaltigkeit ist


Generation Y: Warum Vereinbarkeit die neue Währung für soziale Nachhaltigkeit ist

| Studien

Nachhaltigkeit – sie ist in aller Munde und zeigt sich auch verstärkt im Handeln. Insbesondere den jungen Generationen wird ein Bewusstsein für Nachhaltigkeitsthemen nachgesagt. Gilt das auch für ihre Arbeitswelt?

Um dies zu untersuchen, führten Studierende der Wirtschafts- und Werbepsychologie Studenten am Campus M University (München) unter Leitung von Dr. Brigitte Waffenschmidt (u.a. Autorin der berufundfamilie Service GmbH) und Dr. Dominik Rossmann im Sommersemester 2021 eine Forschungsstudie durch.

Der Titel der Arbeit, die in Zusammenarbeit mit der berufundfamilie Service GmbH erfolgte, lautete „Nachhaltigkeitsbedürfnisse der Generation Y – Was sollte ein zukünftiger Arbeitgeber in Bezug auf Nachhaltigkeit anbieten, um für die Generation Y attraktiv zu sein?“.

Dazu interviewten die Studierenden von Ende April bis Ende Mai 2021 im Rahmen von Fokusgruppengesprächen insgesamt 31 Young Professionals, also Vertreter*innen der Generation Y (zwischen 1980 und 1994 Geborene).

Die zentralen Beobachtungen in Kürze:

Durch die Diskussionen wurde die soziale Dimension der Nachhaltigkeit gehoben und ins Bewusstsein der Teilnehmenden gerückt. Im Vergleich zur ökologischen Dimension, deren Aspekte bei ungestützter Nachfrage primär angeführt werden, und zur ökonomischen Dimension, hat sie für die Befragten die größte Bedeutung im beruflichen Kontext. Dies lässt sich allerdings erst – wenn auch sehr deutlich – über Abfragen zu den Themenkomplexen Gesundheit und Wohlergehen, hochwertige Bildung und Weiterbildung, Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben, Geschlechtergleichheit und Diversity ablesen.

Auffällig ist, dass Wertschätzung für die Generation Y im beruflichen Kontext zentral ist: wertschätzendes Verhalten wird sowohl innerhalb des Teams (unter Kolleg*innen) gewünscht, als auch von Führungskräften und generell vom Arbeitgeber. Vereinbarkeitsangebote werden als Ausdruck der Wertschätzung wahrgenommen. Diese mit Leben zu füllen und glaubwürdig zu verkörpern ist nach Ansicht der Young Professionals vor allem Aufgabe der Führungskräfte.

Aus den Diskussionen lässt sich ableiten, dass es für Arbeitgeber lohnenswert ist, das Bewusstsein für die sozial nachhaltigen Effekte einer systematischen familien- und lebensphasenbewussten Personalpolitik deutlich auszuloben.

Denn: Betriebliche Vereinbarkeitspolitik als Nachhaltigkeitsfaktor zu heben, erhöht die Arbeitgeberattraktivität.

Gleichzeitig lassen sich einer strategisch gestalteten familien- und lebensphasenbewussten Personalpolitik auch ökonomisch nachhaltige sowie – in Teilen – auch ökologisch nachhaltige Aspekte zuschreiben: Erwähnenswert sind hier der positive Impact auf eine Vielzahl von betriebswirtschaftlichen Kennzahlen (Sinken der Fehlzeiten- und Krankheitsquote, Erhöhung der Motivation usw.) sowie das CO2-Einsparpotenzial durch Home-Office.

Vereinbarkeitsangebote von Arbeitgebern können somit eine universelle Rolle in der Nachhaltigkeitsdebatte spielen.

Die Präsentation zu der Befragung ist hier aufrufbar. Den dazugehörigen Ergebnisbericht stellen wir unter diesem Link zur Verfügung.