#agematters: Vereinbarkeit mit Erfahrung – Die Bedeutung lebenserfahrener Beschäftigter in Unternehmen
Eine gemeinsame Kurzumfrage der berufundfamilie Service GmbH und des Unternehmensnetzwerks „Erfolgsfaktor Familie“ unter 170 Arbeitgebern beleuchtet die steigende Relevanz und die spezifischen Vereinbarkeitsbedürfnisse älterer Beschäftigter (ab ca. 55 Jahren).
Hohe Bedeutung für Bindung und Recruiting
Ältere Mitarbeitende spielen eine zentrale Rolle in der Personalpolitik: Bei 6 von 10 Arbeitgebern besitzen sie eine hohe bis sehr hohe Bedeutung für die Mitarbeitendenbindung (Retention Management). Zudem gewinnen sie zunehmend für die Personalgewinnung an Relevanz; 4 von 10 Organisationen stufen sie als wichtig für das Recruiting ein.
Flexibilisierung beim Übergang in den Ruhestand
Der Trend geht zu flexiblen Modellen beim Ausstieg aus dem Erwerbsleben. Zwar arbeitest bei 88,2 % der Unternehmen der Bärenanteil bis zum gesetzlichen Rentenalter in Vollzeit, gleichzeitig setzen jedoch 64,5% auf Teilzeit vor dem Renteneintritt und 60,9% auf eine Weiterbeschäftigung über das Rentenalter hinaus. Ergänzt wird dies durch individuelle Ansätze wie Altersteilzeit, Zeitwertkonten, freie Mitarbeit oder geringfügige Beschäftigung im Ruhestand.
Die wichtigsten Vereinbarkeitsbedarfe
Als zentrale Bedürfnisse der Generation 55+ stehen drei Themen im Vordergrund:
- Gesundheitsförderung / Gesunderhaltung (88,8%)
- Pflege von Angehörigen (84,1%)
- Wunsch nach mehr Freizeit (62,9%)
Zudem sind rund 4 von 10 Beschäftigten dieser Altersgruppe aktiv in die Familien- und Betreuungsarbeit der Folgegeneration eingebunden (z. B. Enkelbetreuung mit 37,6%).
Erfolgsfaktoren für eine längere Erwerbstätigkeit
Um die Erwerbstätigkeit älterer Beschäftigter attraktiv zu gestalten, halten die Befragten vor allem drei Maßnahmen für entscheidend:
- Flexible Arbeitszeiten / Teilzeitmodelle (91,7%)
- Förderung des Wissenstransfers und der Zusammenarbeit zwischen den Generationen (74,0 %)
- Gesundheitsförderung und ergonomische Maßnahmen (62,1%)
Herausforderungen und Lösungsansätze
Herausforderungen bei der Weiterbeschäftigung ergeben sich aus komplexen rechtlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen, abnehmender gesundheitlicher Belastbarkeit sowie dem raschen technologischen Wandel (Digitalisierung/KI). Als wirksame Lösungen schlagen Arbeitgeber u. a. die frühzeitige Nachfolgeplanung, Mentoring-Programme, schrittweise Arbeitszeitabsenkungen und eine kontinuierliche Weiterbildung vor.
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